Im Winter frierst nicht nur du. Wasser, Akku und Diesel haben auch ihre Grenzen, und sie melden sich gern um drei Uhr nachts.
Warm schlafen
- Den Schlafsack nach der Komforttemperatur wählen, nicht nach dem Extremwert. Beide stehen nach EN ISO 23537-1 am Schlafsack, der Extremwert ist die Grenze zum Überleben.
- Die Isomatte nach dem R-Wert wählen (Messung nach ASTM F3340). Liegen zwei Matten übereinander, addieren sich ihre R-Werte.
- Im Dachzelt friert man eher von unten als von oben. Die Matratze ist dünn, darunter ist Außenluft. Eine zusätzliche Matte oder Decke darunter hilft mehr als ein dickerer Schlafsack.
- Im Van liegt die Matratze oft auf kaltem Blech. Eine Dämmschicht darunter hilft.
Wasser
- Viele Boiler, etwa von Truma, haben einen Frostwächter. Er öffnet bei etwa 3 °C von selbst und lässt das Warmwasser ab. Das ist sein Job. Das Plätschern unter dem Van ist also kein Leck.
- Von selbst schließt er nie wieder. Das geht nur von Hand: Druckknopf drücken, bis er einrastet. Das klappt erst, wenn es am Ventil wärmer als etwa 7 °C ist. Also erst heizen, dann Ventil schließen, dann Wasser einfüllen. Andere Heizungen machen das anders, im Zweifel hilft die Anleitung.
- Ohne Heizung über Nacht Frischwassertank und Leitungen leeren und die Hähne offen lassen. Der Tank im Van ist der erste Kandidat für einen Frostschaden.
- Im Dachzelt mit Kanister: Wasser nachts im Auto oder im Zelt lagern, nicht draußen. Den Kanister nicht randvoll füllen. Eis braucht mehr Platz und sprengt ihn sonst.
Strom
Lithium-Akkus (LiFePO4) dürfen nicht unter 0 °C geladen werden. Das Laden bei Frost kann sie dauerhaft schädigen, das Entladen geht deutlich tiefer, bis etwa minus 20 °C. Viele Akkus sperren das Laden darum von selbst oder haben eine Heizung. Ob und wie weit, steht im Datenblatt deines Akkus, und das geht vor. Wer Booster, Solar oder Landstrom nutzt, sollte das wissen, bevor er morgens bei minus 6 Grad startet.
Fahrzeug
- In Deutschland gibt es vom 16. November bis Ende Februar Winterdiesel, fließfähig bis etwa minus 20 °C. Davor, ab dem 1. Oktober, ist Übergangsware im Umlauf, die nur bis etwa minus 10 °C reicht.
- Wer im Herbst im Süden volltankt und dann in die Alpen fährt, hat womöglich Diesel im Tank, der dafür zu mild ist. In anderen Ländern gelten andere Fristen.
- Frostschutz ins Scheibenwasser, sonst friert die Anlage zu.
- Für Reifen und Ketten gelten je Land eigene Regeln. In der Rauholm App stehen sie auf der Länderseite.
Heizen
- Geheizt wird nur mit einer fest eingebauten Heizung, deren Abgas nach draußen geht. Den Auslass nach Schneefall frei räumen.
- Einen Kohlenmonoxid-Melder für Fahrzeuge (EN 50291-2) aufhängen.
- Nie mit Kocher oder Gasgrill heizen, auch nicht kurz.
- Gas bei Kälte: Propan statt Butan, bei Kartuschen eine Wintermischung. Mehr dazu in „Gas, Kocher und Kohlenmonoxid“.
Quellen
- EN ISO 23537-1: Anforderungen an Schlafsäcke
- ASTM F3340: R-Wert von Isomatten
- Truma Support: Heizelement FrostControl
- promobil: Warum Lithium-Akkus eine Heizung brauchen
- RELiON: How do LiFePO4 batteries perform in cold temperatures
- promobil: Ab wann gibt es Winterdiesel
- auto motor und sport: Ab wann gibt es Winterdiesel
- Eigene Erfahrung von Yannic und Marc


